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Über den FSS

Angemessene Ernährung ist ein Menschenrecht. Doch gerade im Anbau landwirtschaftlicher Exportprodukte im globalen Süden wird dieses Recht oft nicht ausreichend geschützt. Der Food Security Standard hilft Unternehmen dabei, ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden.

Der FSS im Fokus

Der FSS ist ein Add-on Standard und so konzipiert, dass er in jeden bestehenden Nachhaltigkeitsstandard im Agrarsektor integriert werden kann und für alle landwirtschaftlichen Produkte, Betriebsgrößen und Betriebstypen anwendbar ist.

Der FSS fußt auf dem Menschenrecht auf angemessene Nahrung und baut auf den Leitlinien zum Recht auf Nahrung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) auf.

Der Food Security Standard …

  • trägt dazu bei, das Menschenrecht auf Nahrung zu schützen;
  • schließt eine bestehende Lücke in Nachhaltigkeitsstandards;
  • hilft Unternehmen, ihrer Verantwortung für Ernährungssicherheit gerecht zu werden und die vorgeschriebene Sorgfaltspflicht einzuhalten;
  • kann in unterschiedlichsten Kontexten und für sämtliche Agrarprodukte angewendet werden;
  • beinhaltet praxiserprobte und messbare Kriterien;
  • kann in bestehende Nachhaltigkeitsstandards integriert werden;
  • wird von renommierten Zertifizierungssystemen unterstützt.

Warum brauchen wir den FSS?

Die Hungerkarte des Welternährungsprogramms für 2020 zeigt die Prävalenz der Unterernährung in der Bevölkerung jedes Landes im Zeitraum 2017-19. Klicken Sie auf das Plus, um die Darstellung zu vergrößern. Hier bekommen Sie weitere Informationen zur Welthungerkarte.

Warum brauchen wir den FSS?

Noch immer hungern auf der Welt etwa 690 Millionen Menschen; rund zwei Milliarden Menschen sind mangelernährt. Die Mehrheit der hungernden Menschen lebt in ländlichen Gebieten, oft sind es Kleinbauern oder landlose Arbeiter.

Kleinbäuer*innen und Arbeiter*innen, die in landwirtschaftliche Lieferketten eingebunden sind, sind häufig von Ernährungsunsicherheit, Mangelernährung und Armut betroffen.

Insbesondere Zeit- und Gelegenheitsarbeiter*innen sind sehr oft schon während ihrer Beschäftigungszeit von Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung betroffen. Bislang wurde das Thema Ernährungssicherheit in Nachhaltigkeitsstandards und Zertifizierungssystemen nur selten berücksichtigt. Der Food Security Standard (FSS) schließt diese Lücke. Er bietet eine Reihe von praktikablen und messbaren Kriterien und Audit-Instrumenten, die in Nachhaltigkeitsstandards und Zertifizierungssysteme integriert werden können.

Um das Menschenrecht auf Nahrung auch langfristig wahren zu können, ist der Schutz weiterer Menschenrechte nötig. Auch diese werden vom FSS abgedeckt, was ihn zu einem  geeigneten Instrument macht, um die unternehmerischen Sorgfaltspflichten umfassend zu gewährleisten.

Wie funktioniert der FSS?

Der FSS ist für die Implementierung und Verifizierung im Rahmen eines Nachhaltigkeitsstandards konzipiert. Er ist kein eigenständiges System, sondern eine Ergänzung zu einem bestehenden Standard und lässt sich daher leicht integrieren.

Nachhaltigkeitsstandards können den FSS in ihre Standards integrieren oder den FSS als Add-on anbieten. Die Überprüfung der FSS-Kriterien erfolgt während des Audits des Nachhaltigkeitsstandards/Grundstandards. Dies minimiert sowohl den Aufwand als auch die Kosten.

Nachhaltigkeitsstandards, Zertifizierungssysteme und Zertifizierungsstellen, die den FSS anbieten oder in ihr bestehendes Kriterienset integrieren wollen, erhalten Zugang zu allen notwendigen Werkzeugen. Diese umfassen ein praxisgerechtes Handbuch, umfangreiche Schulungsmaterialien, die Checklisten und Interviewleitfäden. Diese Werkzeuge sind jeweils auf die spezifischen Gegebenheiten von kleinen und mittleren Betrieben sowie Plantagen zugeschnitten. Sie können auch von Unternehmen genutzt werden, um sich auf die Implementierung des FSS vorzubereiten.

FSS Kriterien

  • Kriterien und Indikatoren
  • Werkzeuge zur Erfassung von Ernährungssicherheit
  • Checkliste und Handbuch für Auditoren

Bestehende Nachhaltigkeitsstandards

Das Recht auf Nahrung wird in landwirtschaftlicher Produktion eingehalten

Vorteile

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Landwirte, Arbeiter*innen und umliegende Gemeinden

  • Landwirte und Arbeiter*innen sind ernährungssicher und ihr Recht auf angemessene Nahrung wird respektiert
  • Die Ernährungssicherheit im Einflussbereich eines landwirtschaftlichen Betriebes verschlechtert sich nicht
  • Ernährungssicherheit verbessert sich schrittweise
  • Lebensstandard von Kleinbäuer*innen und Arbeiter*innen steigt

Produzenten von landwirtschaftlichen Gütern

  • Das Recht auf angemessene Nahrung und die menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten werden von den Produzenten so weit geschützt, wie es in ihrer Verantwortung liegt
  • Die Einhaltung von Sozialstandards trägt zu besseren Arbeitsbedingungen und damit auch zu verbesserten Produktionsbedingungen bei
  • Höhere Resilienz des Betriebs gegenüber Gefahren (natürliche und menschengemachte)

Händler

  • Nachweis, dass alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden und die unternehmerischen Sorgfaltspflichten eingehalten wurden, um Verstöße gegen das Menschenrecht auf Nahrung zu vermeiden.
  • Minderung von Reputationsrisiken
  • Wettbewerbsvorteil
  • Einhaltung der kommenden Sorgfaltspflichtgesetze auf nationaler und EU-Ebene

Verbraucher

  • Bedenken hinsichtlich sozialer Produktionsbedingungen werden angesprochen
  • können sich für Produkte entscheiden, die auch im Hinblick auf die Ernährungssicherheit nachhaltig sind.
„Viele Feldarbeiter und Kleinbauern, die Nahrungsmittel und landwirtschaftliche Güter für den Export nach Europa anbauen, hungern, und ihre Menschenrechte werden verletzt. Der FSS stellt die Ernährungssicherheit von Bauern und Arbeitern sicher und schützt umliegende Gemeinden vor negativen Auswirkungen der Exportproduktion."Dr. Tina Beuchelt, Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Universität Bonn (2019)
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