
18.06.2026 – 11:20
Von der Vision zum Mehrwert // Ausbau der industriellen Bioökonomie
Der Übergang zu einer biobasierten Wirtschaft wird oft als entscheidender Weg hin zur Klimaneutralität und zu einer nachhaltigen Ressourcennutzung dargestellt. Doch die wachsende industrielle Nachfrage nach Biomasse wirft auch grundlegende Fragen hinsichtlich der Landnutzung, der Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion und des Schutzes der Menschenrechte auf. Solange die Ernährungssicherheit in landwirtschaftlichen Lieferketten nicht angemessen berücksichtigt wird, birgt der Ausbau der Bioökonomie die Gefahr, bestehende soziale Ungleichheiten zu verschärfen und das Menschenrecht auf angemessene Ernährung zu gefährden.
Auf der Bioökonomie-Konferenz 2026 wird Lisa Heinemann, Projektleiterin für den Food Security Standard (FSS) bei der Welthungerhilfe (WHH), diese kritische Perspektive in die Diskussion einbringen. Auf der Grundlage ihrer Expertise zu Risiken der sozialen Nachhaltigkeit in globalen landwirtschaftlichen Lieferketten wird sie untersuchen, wie die Produktion industrieller Biomasse und der Schutz der Ernährungssicherheit durch eine solide Sorgfaltspflicht im Bereich der Menschenrechte und wirksame Nachhaltigkeitsstandards in Einklang gebracht werden können.
Die Sitzung wird sich mit der anhaltenden Debatte „Nahrungsmittel versus Kraftstoff“ befassen und dabei über vereinfachende Narrative hinausgehen. Es wird untersucht, wie die Bioökonomie ihrer globalen sozialen Verantwortung gerecht werden kann, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind, um einen gerechten Übergang zu gewährleisten, und wie praktische Instrumente wie der Food Security Standard Unternehmen dabei helfen können, Risiken für die Ernährungssicherheit in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten zu erkennen, zu verhindern und zu bewältigen. Die Diskussion soll aufzeigen, dass eine nachhaltige Bioökonomie nicht nur Umweltbelastungen reduzieren, sondern auch das Menschenrecht auf angemessene Ernährung wahren und sozial verantwortliche Lieferketten fördern muss.



